Die Apfelmohrrübe
Einst, vor langer langer langer Zeit, da lebte ein winzig kleines Mädchen.
Es hatte eine lange lange lange Nase.
Da sie sehr neugierig war und nichts, was um sie herum geschah, versäumen wollte, drehte sie ihren Kopf pausenlos von rechts nach links und von links nach rechts. Dabei war ihre lange Nase schon mal ein kleines Hindernis für sie. Sie bekam alles mit, was rechts und links geschah, aber kaum, was sich vor ihren Füßen tat. Dadurch stolperte sie oft und fiel sogar hin.
Einmal stürzte sie so schlimm, daß sich ihre Nase tief in die Erde bohrte. Hilflos lag sie da. Plötzlich spürte sie, wie jeinand an ihrer Nase zupfte.
,,Wer ist da, wer zupft an meinem armen kleinen Näschen?"- fragte sie mit gequälter Stimme. Aus der Erde kam ein winziger, lilafarbener Maulwurf hervorgekrochen.
,,Verzeihung, ich wollte ihnen nicht weh tun. Ich dachte, das wäre die Apfelmohrrübe gewesen, die ich suche, und die ich unbedingt finden muß. Sie sollten wissen, ich bin kein lilafarbener Maulwurf. In Wirklichkeit bin ich ein Himbeerrotes Bärchen und heiße Boris." Dann fuhr er im Flüsterton fort, ,,wenn ich die Apfelmohrrübe finde, werde ich wieder zu einem Himbeerroten Bärchen."
Das kleine Mädchen sah sehr nachdenklich aus, dann sprang es auf und sagte: ,,Warte einen Augenblick hier, ich komme gleich wieder."
Kurze Zeit darauf kam das Mädchen zurück.
In der Hand hielt es einen Apfel.
Es rieb den Apfel an seinen Wangen und sagte: ,,Jetzt bin ich nicht nur ein Mohrrübenmädchen, jetzt bin ich eine Apfelmohrrübe."
Und es gab dem lilafarbenen Maulwurf kleine Stückchen von seiner Nase.
Achtung! Ich zähle bis drei: eins, zwei, drei ...
Ein Blitz leuchtet auf und schlägt ein: in der Nähe des kleinen Maulwurfs.
Doch wo ist der Maulwurf geblieben? Da steht ja das Himbeerrote Bärchen mit dem schönen Namen Boris.
,,Vielen, vielen Dank, liebe Apfelmohrrübe", sagte das Bärchen.
,,Gern geschehen", antwortete das Mädchen und lief davon.
(c) by Igor Pachomov-Tschay, Übersetzung Lydia Schmidt, Internet Bernd von den Brincken