SAVIER KLARO
PERFORMANCE VORTRAG ZUM THEMA NETZ

I

Wir befinden uns in einer Situation in der die Welt nicht mehr das zu sein scheint, was sie zu sein schien, in der sich die Art und Weise, wie Welt erkannt, beschrieben, erlebt und bewertet wird, zu verändern scheint.
Einer Situation, die, würde man sie in einem Bild vorstellen wollen, einer Landschaft vergleichbar wäre, einer Kulturlandschaft die erschüttert wird von den Krisen der Wissenschaften und Künste, dem Zerfall der abendländischen Werte, eine Landschaft durch die technische Innovationen ziehen und die durch diese Destabilisierung an allen Ecken und Enden einem pulsierenden, koimplizierenden Feld mit hoher Aktivität gleicht, einem Feld in dem, wie Vilèm Flusser es beschreibt, die Welt eine neue Bedeutung gewinnt und das Dasein in ihr eine andere Form.
 
Und es gibt eine Vorstellung, ein Bild, eine Vision, die von der Biologie zur Philosophie, von der Kunst zur Kybernetik immer wieder aufscheint, die Metapher, das Modell des Netzes.
 
Bevor wir nun zu einer Definition von Netz fortschreiten, möchten wir die Kommunikationssituation klären, in der wir die Vorstellung vornehmen. Die Situation die wir wählen, ist vergleichbar mit einer Produktpräsentation. Der Sinn einer solchen Veranstaltung liegt darin, zu klären, ob sich ein Produkt, eine Ware, ein Werkzeug, ein Modell für eine Zielgruppe als operational erweist, d.h. ob sie es gebrauchen kann.

Netze sind Interaktionsfelder mit grundsätzlich gleichberechtigten Ebenen. Impulse können von allen Schichten ausgehen und in allen Feldern weiterverarbeitet werden. Ein Geflecht von sich kreuzenden Verarbeitungsebenen und Strategien eröffnet ein kommunikatives Feld, das nicht mehr über das Verhältnis von Teil und Ganzem begriffen werden kann.

Am Anfang dieser Definition steht die Interaktion. Der Begriff Interaktion lenkt die Aufmerksamkeit auf das “Dazwischen”, auf eine aktive Zone, in der sich durch aufeinander bezogene Aktion etwas ereignet, etwas entsteht.

Eine aktive Zone des Dazwischen.

Beispiel 1:
 
Der Erkenntnistheoretische Konstruktivismus bezieht sich auf ein Modell der Neurobiologie, in der das Nervensystem als Netzwerk vorgestellt wird. Dort wird Erkennen beschrieben, als die Operation eines Beobachters, gekoppelt an das Verhalten anderer Beobachter, die im und durch den Prozeß der Kommunikation ihre Wirklichkeit “hervorbringen”. Diese Wirklichkeiten sind nicht “objektiv”, sondern sie sind  Produkt  der möglichen Operationen der Beobachter.
Statt einer ikonischen Beziehung der Übereinstimmung oder Widerspiegelung, organisieren wir unsere Wirklichkeit so, daß wir Elemente der Sinneswahrnehmung und des Denkens - Dinge, Zustände, Verhältnisse, Begriffe, Regeln, Theorien, Ansichten - dergestalt zusammenstellen und verknüpfen, daß sie im weiteren Fluß unserer Erlebnisse, unserer Wirklichkeit brauchbar zu bleiben versprechen und sich interaktionell bewähren.
Welt kann nicht eindeutig beschrieben oder abgebildet werden im Sinne einer “objektiven, wahrhaftigen Wirklichkeit”, sondern Wirklichkeit ist ein soziales Konstrukt, ein kreatives Verhalten, ein intersubjektiv konstruiertes Phänomen.
Auch “Wahrheit” wird in diesem Modell intersubjektiv konstruiert. Wahrheit ist das “Aushandeln” eines Konsenses mit anderen.

Eine aktive Zone des Dazwischen.

Beispiel 2:

Vilèm Flusser beschreibt in der Kommunikologie die Veränderung des Bewußtseins
vom linear programmierten zum technoimaginären.
Für die Technoimagination lautet das Wahrheitskriterium nicht “Objektivität”, sondern “Intersubjektivität”. Denn die Suche nach Wahrheit erscheint nicht mehr wie ein Vormarsch in Richtung “Objekt”, das es aufzudecken gilt, Wahrheitssuche ist keine Entdeckungsfahrt, um die Welt zu erkennen und zu beherrschen, sondern der Versuch, sich mit den anderen hinsichtlich der Welt einig zu werden, um gemeinsam mit ihnen in ihr zu leben.

Heinz von Foerster insistiert auf eine Entscheidungsfrage:
“Wir müssen uns entscheiden, ob wir zu den Entdeckern oder Erfindern zählen wollen.”
Die Entscheidung ist eine Frage der Haltung. Der Haltung, die man der Welt gegenüber einnehmen will. Wenn wir zu den Erfindern zählen wollen, wenn wir annehmen, daß Wahrheit und Wirklichkeit intersubjektiv hergestellt und nicht entdeckt wird, sind wir verantwortlich für die von uns konstruierte Wahrheit, für die von uns gestaltete Wirklichkeit.
Die Frageperspektive verändert sich von: Was ist die wirkliche Wirklichkeit? zu: Warum und wie entscheiden wir uns, Wirklichkeiten herzustellen und weiterzugeben?
Der objektive Standpunkt verliert an Interesse und der operationale gewinnt unsere Aufmerksamkeit.

Eine Bewegung vom objektiven Standpunkt zum operationalen beschreibt Deleuze im Rhizom.
“Das Buch hat aufgehört, ein Mikrokosmos nach klassischer, abendländischer Art zu sein. Das Buch ist kein Bild der Welt. Es ist keine schöne organische Totalität, auch keine Einheit des Sinns. Das Buch ist eine Werkzeugkiste. Findet die Stellen in einem Buch mit denen ihr etwas anfangen könnt. Ein Buch muß mit etwas anderem Maschine machen, es muß ein kleines Werkzeug für ein Außen sein. Die Kombinationen und Gebrauchsweisen sind dem Buch nie inhärent, sondern hängen von seinen Verbindungen mit diesem oder jenem Außen ab...
Das Buch hat kein Objekt. Als Gefüge besteht es nur in Verbindung mit anderen Gefügen. Man frage nie was ein Buch sagen will, man soll in einem Buch nicht etwas verstehen, sondern sich vielmehr fragen, womit es funktioniert, und in welche Mannigfaltigkeiten es seine eigenen einführt und verwandelt. Das Buch als Zusammenfügung mit dem Außen gegen das Buch als Bild der Welt.”

Der Logik unserer Kommunikationssituation Präsentation folgend, werden wir an dieser Stelle die Veranstaltung unterbrechen. Wir unterbrechen nicht durch eine Tanzeinlage, sondern dadurch, daß wir die Geschichte des Kolumbus erzählen.
 
COLOMBO

Übersetzt man Colombo ins Deutsche erhält man Kolumbus. Streichen wir das auf den ersten Blick unwichtige um -  das um wird weiter unten behandelt - erhalten wir Kolbus. kol - lat. mit, zusammen & bus, bus rückwärts sub - lat. unter. Dabei wird das Verhältnis zu Gott in der Renaissance deutlich: nicht mehr Untertan, sondern zusammen mit Gott, als dessen Ebenbild. Das Subjekt steht ab sofort im Mittelpunkt. Vertauschen wir nun die Buchstaben o und l in dem Wort Kolbus erhalten wir den Klobus. Damit ist eigentlich alles gesagt. Führen wir nun das  um wieder ein, wird klar, daß Kolumbus quasi um den Globus herum ging und es uns um den Klobus geht.

Das Ei des Kolumbus bezeichnet die überraschende Lösung und Bewältigung unlösbar scheinender Aufgaben, die alle Schwierigkeiten überwindende kreative Idee. “Wer kann ein Ei auf die Spitze stellen?”, fragte Kolumbus seine Widersacher. Als alle betreten und ratlos schweigen, stellt Kolumbus das Ei mit eingedrückter Spitze auf die Tafel.

Der Mensch des Mittelalters, bisher in dumpfer, andächtiger Gebundenheit den Geheimnissen Gottes, der Ewigkeit und seiner Seele hingegeben, wird in der Renaissance zum Entdecker, der die Welt erkunden, erkennen und
beherrschen  will, da er sie nunmehr als sein Eigentum betrachtet. Die in der Renaissance beginnende moderne Naturwissenschaft mußten alte Denkgewohnheiten und Wahrnehmungs-weisen zerschlagen - die Natur ”entgöttlichen”.

Zusammen mit seinem Bruder Bartolome arbeitete Kolumbus auch als Katograph in Lissabon. Unzählige Karten wurden in dieser Zeit in Portugal gefertigt. Sie trugen den Stempel höchster Geheimhaltung, denn sie waren die Grundlage zur Eroberung neuer Länder.

Das Meer bedeutete Sintflut und Chaos. Nun wurde es befahren und gebändigt. Kolumbus verköpert den kühnen Seefahrer, der klug sich des verbesserten kartographischen, navigatorischen und schiffsbautechnischen Fortschritts bedienend, den Mythos des alles verschlingenden Meeres überwindet.
 
II

Netze sind Interaktionsfelder mit grundsätzlich gleichberechtigten Ebenen. Impulse können von allen Schichten ausgehen und in allen Feldern weiterverarbeitet werden. Netze sind heterarchische Felder.
Prinzip der Heterarchie ist, daß jeder Impuls nur in seiner Nachbarschaft aufgenommen und weiterverarbeitet wird. “Nachbarschaft” ist dabei nicht räumlich zu verstehen, sondern im Sinne einer Vernetzungsstruktur, die zu Impulsnachbarn macht, was durchaus an vollkommen verschiedenen Enden eines Netzes liegen kann.
Nähe ist in diesem Zusammenhang keine objektive Maßeinheit, sondern eine subjektive, gebunden an die Reaktionsfähigkeiten und -möglichkeiten der agierenden Elemente des Netzes.

Im Kontext der Kommunikologie erscheint diese Maßeinheit als Interesse:
Die Entfernung eines Gegenstandes, eines Impulsnachbarn ist nicht absolut, sondern nur relativ zu meinem Dasein meßbar: Ein Gegenstand ist desto näher, je mehr er mich angeht. Je “wirklicher” er wird,  je mehr er sich in mich und ich mich in ihn einmische, je interessanter er wird, desto näher ist er.
Wenn aber der Raum durch Interesse meßbar ist, dann werden die Kategorien “nah” und “weit” existentiell aufgeladen. Dann ist der Raum durch das Verschwinden meines Interesses an ihm begrenzt. Überschreiten der Welt ist ein Überschreiten der Subjektivität. Ich kann die Begrenztheit der Welt durch Erweiterung meines Interesses überschreiten. Und jedes Überschreiten der Welt hat ihre Erweiterung zur Folge: Sie dringt sozusagen nach, sobald ich sie überschreite.

Netze sind Interaktionsfelder mit grundsätzlich gleichberechtigten Ebenen. Impulse können von allen Schichten ausgehen und in allen Feldern weiterverarbeitet werden. Ein Geflecht von sich kreuzenden Verarbeitungsebenen und Strategien eröffnet ein kommunikatives Feld, das nicht mehr über das Verhältnis von Teil und Ganzem begriffen werden kann.

Ein Beispiel aus der Biologie:

Lebendige Systeme sind nicht nur stets Bestandteile von komplexen ökologischen Gemeinschaften oder Netzwerken, sondern selbst Netzwerke, die wiederum viele kleinere, relativ autonome, mehr oder weniger abhängige Organismen integrieren. Leben ist nicht nur aus der Vernetzung von Molekülen, Zellen und vielzelligen Organismen entstanden, sondern es hat auch den ganzen Planeten umgewandelt und zu einem Netzwerk gemacht, das durch viele Aktivitäten geschaffen, erhalten und verändert wird: Das Netz des Lebens besteht aus Netzwerken innerhalb von Netzwerken. In jedem Maßstab erweisen sich die Knoten des Netzwerkes ihrerseits als kleine Netzwerke. Netze, die sich selbst organisieren und kontrollieren.

Deleuze beschreibt das Rhizom:
als Systeme ohne Zentrum, als Netzwerke von endlichen Automaten, in denen die Kommunikation von einem zum anderen hergestellt wird, in denen Stränge oder Kanäle noch nicht vorgegeben sind, in dem lokale Vorgänge koordiniert und unabhängig von einer zentralen Instanz synchronisiert werden.

Er setzt dem hierarchisch, zentrierten Denken das rhizomatische entgegen - wobei er einräumt:
Wir stützen uns auf einen Dualismus nur, um einen anderen zurückzuweisen. Wir bedienen uns eines Dualismus der Modelle nur, um einen Prozeß zu erreichen, der jedes Modell zurückweist. Es ist Sache des Lesers, über korrigierende Denkweisen zu verfügen um die Dualismen aufzulösen.

Das Rhizom bezieht sich im Gegensatz zur Kopie auf eine Karte. Die Kopie ist eine Abbildung. Die Karte ist ein Eingriff. Die Karte ist ein Eingriff in die Wirklichkeit. Die Karte reproduziert nicht, sie konstruiert.

Anders als zentrierte Systeme mit hierarchischer Kommunikation und feststehenden Beziehungen, ist das Rhizom, ein azentrisches, nicht hierarchisches System ohne General. Es wird durch die Zirkulation von Zuständen definiert. Durch Intensitäts-zonen, die sich ohne jede Ausrichtung auf einen Höhepunkt oder ein äußeres Ziel ausbreiten.
Die Intensitätszonen sind Gefüge, Mannigfaltigkeiten, Vielheiten, die sich in dem Maße automatisch verändern, in dem sich ihre Konnexionen vermehren. Mannig-faltigkeiten werden durch das Außen definiert. Mannigfaltigkeiten, Intensitätszonen oder Gefüge bestehen selber nur in einer Verbindung mit anderen Gefügen.

Es gibt keine Dreiteilung mehr zwischen dem Bereich der Realität (der Welt), einem Bereich der Vorstellung und Darstellung (dem Buch) und einem Bereich der Subjektivität (dem Autor).

Es geht um ein Modell, das kein anderes Modell ist, sondern eine Verkettung, die das Denken selbst nomadisiert und aus dem Buch ein Teilstück aller beweglichen Maschinen macht.

Das Netz ist eine interaktive Kommunikationsstruktur, ein nichtlineares, dezentrales, heterarchisches Feld, das sich selbst organisiert und kontrolliert.
Das Netz steht für eine gesamtheitliche Vorstellung, nach der wir teilnehmende, verantwortliche Konstrukteure des Universums sind, in das wir durch unser Handeln
und Kommunizieren verändernd eingreifen.

COLUMBA

Eine weitere Abwandlung des Namens Colombo ist ganz einfach und offensichtlich. Colombo – maskulin und feminin - COLUMBA - die Taube.
Dabei geht es uns um das Heimfindevermögen der Tauben. Ein Phänomen, das jeder als real akzeptiert und das keine gängige Theorie erklären kann.
Weder das Erinnerungsvermögen, noch der Geruchssinn, oder die Orientierung am Sonnenstand, weder das Erkennen von Landmarken, noch die Navigation durch magnetische Felder, oder gar das Gehör - nichts davon macht es der Taube möglich über hunderte von Kilometern ihren Schlag zu finden. Alles wurde widerlegt.
Rupert Sheldrake’s Theorie geht von einem unbekannten Sinn, einer Kraft oder Energie der Tauben aus - einer Art Gummiband, das Tauben und Schlag miteinander verbindet - sogar wenn dieser mobil ist. Und was erstaunlich ist, je größer die Motivation, d.h. das Interesse, die Inten(s/t)ion der Taube ist, desto straffer das Band. Eine Vorstellung, für die das existierende wissenschaftliche Modell ganz und gar unangemessen ist. Es hat etwas mit Dehnung und Verkürzung zu tun. Vielleicht mit der Vorstellung eines morphogenetischen Feldes, das die Taube, ihren Schlag und ihre Gefährten umfaßt. Du kannst sie voneinander trennen, indem du den Schlag verrückst oder die Taube bewegst. Wenn du sie bewegst, sind sie getrennte Teile eines einzigen Systems, die durch ein Feld miteinander verbunden bleiben. Die Taube wird innerhalb dieses Feldes angezogen, einer Art emotionalem Feld  und benötigt daher keine Straßenkarte.

III

Folgen wir dem Imperativ von Deleuze:

Das Buch ist eine Werkzeugkiste. Findet die Stellen in einem Buch mit denen ihr etwas anfangen könnt. Ein Buch muß mit etwas anderem Maschine machen, es muß ein kleines Werkzeug für ein Außen sein.

Die Frage ist:
Was könnte entstehen wenn sich Performancekünstler, PerformancekünstlerInnen, Performance an das “Buch” Netzwerkmodell anschließen würden.
Welche Vorstellungen und Anschlußstellen könnten sich für PerformancekünstlerInnen, Performancekünstler und Performance als operational erweisen.
Mit welchen könnten sie Maschine machen, in welchen Verbindungen könnten Intensitäten strömen.

Können die Begriffe der Interaktivität, der Selbstorganisation, der Offenheit, der Intensitätszonen, der Gefüge Maschine machen.

Können sich Vorstellungen als operational erweisen wie:

Performance ist ein Interaktionsfeld, ein Interaktionsprozeß mit grundsätzlich gleichberechtigten Ebenen. Impulse können von allen Schichten ausgehen und in allen Feldern weiterverarbeitet werden - ein Geflecht von sich kreuzenden Verarbeitungsebenen und Strategien eröffnet ein kommunikatives Feld, dessen Eigenschaften sich auf die Wechselwirkungen seiner vernetzten Teile gründen.

Mit den Fragen:

Ist Performance ein offenes oder geschlossenes Interaktionsfeld. Ein geschlossenes Feld mit einem feststehenden Ensemble von Ebenen und Strategien, oder ein offenes Feld, das sich durch Verknüpfung mit Ebenen und Strategien aus anderen Feldern ständig erweitert und verändert.
Das sich gerade durch eine Sensibilität und Durchlässigkeit für Impulse aus anderen Systemen auszeichnet.

Integriert das System den Rezipienten, die Rezipientin. Ist es ein Interaktionsfeld mit und in dem der Rezipient, die Rezipientin das Ereignis mitkonstruiert.
Inwieweit ist der Performancekünstler, die Performancekünstlerin selbst integriert in dieses Feld, in diesen Prozeß.
 
Wie verändert sich durch diesen Realitätszugang, der für Prozesse und Schnittstellen sensibilisiert, die Erfahrung von Performancekünstlerinnen und -künstlern, Rezipienten und Rezipientinnen.
Verändert sich die Art und Weise wie Performance wahrgenommen wird.

Können sich Vorstellungen als operational erweisen wie:
Performance greift in die Wirklichkeit ein, sie schafft Wirklichkeit, sie ist ein Teilstück aller beweglichen Maschinen unserer Kultur, einem sich selbst erzeugenden Netzwerk, das durch viele Aktivitäten geschaffen, erhalten und verändert wird. In der jede Performance Performance Art verändert.

Mit den Fragen:

nach der Verantwortung für die geschaffene Wirklichkeit. Sowohl auf der Ebene der Künstler, Künstlerin als auch auf er Ebene der Rezipientin des Rezipienten. Was ist das für eine Verantwortung. Wie unterscheidet und verhält sich diese Verantwortung
z.B. zur Verantwortung von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern, Politikern, Politikerinnen.
Welches sind die spezifischen Aktivitäten und Qualitäten der Performancekunst bei der Schaffung von Wirklichkeit.
Wie interagieren Performances mit anderen kulturellen Maschinen.
Wie interagieren die anderen kulturellen Maschinen mit Performance.
Mit welcher Absicht, wodurch motiviert werden Verbindungslinien und Verknüpfungen geschaffen.
Wodurch ist das Interesses zu interagieren motiviert.
Ist Verbundensein ein Wert an sich oder eine Strategie, wenn ja für was.

Welche Bedeutung erhalten dadurch Medien und ihre Netzwerkeigenschaften für Performancekunst.
Und welche Künstler- und Künstlerinnennetzwerke.

Können sich Vorstellungen als operational erweisen wie:

Performance bildet Knoten von Beziehungen, die erst im Verhältnis zu anderen oder einem “Außen” wirklich werden. Der Vorstellung eines intersubjektiven Netzes worin sich Kerben und Ausbuchtungen befinden, innerhalb welcher einander “Nahestehende”, Impulspartner sich miteinander verwirklichen.

Mit den Fragen:

Was heißt sich miteinander verwirklichen.
Welche Wünsche, Hoffnungen, welche Utopien, welche Werte formulieren sich in dieser Vorstellung.

Würde und wie würde sich die Art und Weise, wie Performance erlebt, erkannt und bewertet wird, verändern, durch die Vorstellung sie sei Interaktionsfläche und verbunden mit der Erfindung der Welt.


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