FRAGENKATALOG
ANTWORTEN: JÜRGEN RAAP 15.06.1996

Was ist der entscheidende Unterschied, zwischen einem Auftritt, einer Performance und einem Auftritt der Gattung Tanz, Theater, Musik, Kabarett, Literatur, etc?

Präsenz der Person als solcher

Was ist der entscheidende Unterschied, der eine Handlung, einen Auftritt Performance, Aktion,
Happening, Event, etc. nennt?

Die Direktheit und Unmittelbarkeit der Handlung

Welchen Stellenwert hat die Intention des Bezeichnens ? [ Warum wird eine Handlung Performance genannt , oder Aktion, oder Event und so weiter ?.(Aspekt der Reflexion)]

Zeichen, Geste und Handlung (Aktion) bilden eine Einheit/Identität

Welchen Stellenwert hat das Zeichensetzen?

Verfügung(sgewalt) über das Bezeichnete

Welchen Stellenwert hat die Intention sich in einem Rahmen, in einen Bezug zu setzen?

Realisierung der Intention ist das Ziel jeder Handlung

Was hat eine Person / KünstlerIn davon seine Handlung Performance zu nennen? (Aspekt der Identität)

Abgrenzung zu anderen Handlungsformen/Kunstformen

Gibt es einen genau zu definierenden Faktor, der eine Handlung an und mit einem Gegenstand Performance nennt, oder bezeichnet?

Ja, im Sinne der Antwort auf die beiden ersten Fragen

Gibt es Faktoren im Vorbereich einer künstlerischen, theatralischen, tänzerischen, musikalischen oder literarischem Werk, die das zu erstellende Produkt als Performance bezeichnet ?
Gibt es einen nachvollziehbaren Zusammenhang, der das Werk und die Produkte in den Kontext Performance -Art stellt?

Historische, kulturelle und mediensoziologische Faktoren

Gibt es ein Interesse, Produkte und das Werk auf eine mögliche Sprache der Performance Art hin zu untersuchen? Welche Faktoren (Grundbilder der Sprachen Tanz, Theater, etc.auflisten; Grundbilder menschlicher Kommunikation in den Handlungen auflisten; Grundbilder menschlichen Handlens, Primärgesten, Präfigurationen, Prämoderne Quellen etc. auflisten. )

Kommunikation sinnlich wahrnehmbarer Gesten

Sind die leiblichen Erkenntnismethoden (Sinne) und die körperlichen Entsprechungen parallele Methoden, oder Analoge, oder etwas ganz anderes? ( Psychophysikalische Methoden im letzten Jahrhundert, politische und konzeptuelle Entwürfe:
Liegen - Sitzen - Stehen - Gehen - Fallen - Hängen - Schlafen - Einverleiben - Ausscheiden /Austritt , Aussetzen - etc. als fundamentale, performative Erkenntnismethoden des Leibes).

Direktheit der Vermittlung/ nur erblich, nicht medial

Kann man die Performance als Übersetzungskunst sehen ?
[ Das Übersetzen, eine Kunst des Transfer, sobald man übergesetzt hat verläßt man diese Kunst wie- der (an die Lebenszeit gebundene Erkenntnis)]. Den Begriff " Übersetzen " untersuchen.

Nein, sie übersetzt nichts.

Wenn alles um einen herum Performance ist,oft gesetzte Definition für Handlungen die Leben oder politische Aktivitäten bezeichnen, dann ist Einsetzen von Öffentlichkeit nicht möglich, unsinnig, denn es benötigt keinerlei Hinweise, es geschieht.

Doch, es geschieht, Medientransfer und Mythenbildung

Wenn an jedem Ort der Welt gehandelt wird, ist dann der Begriff Performance überhaupt zulässig?

Nicht jede Handlung ist Performance

Was bedingt diesen Hang, jede Definition von Leben als Tat dann doch in die Kunstwelt zu überführen, Performance - Art zu praktizieren ?

Erweiterter Kunst- und Handlungsbegriff

Wo beginnt der Unterschied: eine Realität setzen, die den Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat und die Realität die aus der Notwendigkeit laufender Ereignisse resultiert ? (Siehe hierzu die Projektidee CURRENT AFFAIRS)

Eine eigene situative Realität schaffen


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