BORIS NIESLONY
AM ANFANG STEHT DAS STAUNEN VOR DEM UNFASSBAREN, VOR DER ERSCHEINUNG, DIE LEIBLICHE AUSGEBURT DES UNGEHEUR: DIE FRAGE

Die Sätze in dem Fragebogen sind Entwürfe von noch zu entwickelnden Fragen. Einige sind schon sehr dicht an den zu findenden Fragen.
Die bisher gestellten Fragen sind Zusammenfassungen von Meinungen und Ansätzen, die der Performance-Kunst angetragen wurden.
Die in dem Fragebogen niedergeschriebenen Sätze sind, meiner Meinung nach, nur Hilfskonstruktionen, die erstmal noch keine Antworten bedingen, sondern erst wenn sie so präzise sind, dass sie Fragen werden, können sie als Performance beantwortet werden oder es stellt sich heraus, daß sie mit Performance nichts zu tun haben, also irgendwie andere Formen der Antwort (was nichts anderes heißt, als die Frage absolut setzen) bedingen.

Was ich an den Hilfskonstruktionen gut finde, ist das Material welches sie eröffnen, welches sie einbringen.
(Methodendiskurs bei Paul Valery oder W.Benjamin - Das Passagenwerk)

Die Konstruktionen könnten öffnen: das Spektrum der Ideologien, Weltanschauungen und die Steinbrüche der privaten und kollektiven Vorlieben, die ersten Informationen, Leitbilder und Primärgesten des Geistes, die dann irgendwann die Entscheidung "Performance", erst mal allgemein, bedingen. (Bedingungslos!)

Nicht nur im Fernsehen sind es die Toten, die immer wieder deren Spiel vom Fragen ins Leben rufen - Handke

Es geht darum, wie es wohl jedem Ethnologen auch gehen wird, die zu stellenden Fragen von Meinungen und verstellenden Wertungen zu befreien. Werkzeuge sind: Demontage - Vivisektion - Kopieren - Abtrennen - ZerrSpiegeln - Auseinanderreißen - Zerstückeln - Vervielfältigen - etc.

Das Fragen als "Stand by modus". Das einzig Seriöse ist das Serielle ( Lacan )


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