BORIS NIESLONY Die Sprache ist ein Labyrinth von Wegen. Der Schein , die gesellschaftliche Kommunikation ansich, oszilliert zwischen totaler Leistung und totalem Wert, die Gravitation zwischen den beiden Polen des Begriffs: P E R F O R M A N C E Neben all den Möglichkeiten, die sich Performanz zur Äußerung sucht ,
hat die bewußt hergestellte Öffentlichkeit von Aufführung sehr tradierte Formen , die
dem kulturellen Spiegel einer Gesellschaft entspricht. Aufführung bedingt die Trennung
von Aufführenden und Aufnehmenden. Menschliche Handlung zielt auf Wirkung und
Übertragung (Mimesis). Wieweit die Trennung zurückgenommen werden kann , zeigt die
künstlerische Intention jeglicher Performance. Das parallele Bündeln von Energie , das
Ermöglichen der Begegnung von Raum und Zeit in dieser Bündelung von Energie und die
Analogschaltung des Publikums in die gleiche Bündelung der Energie ist eine der
Intentionen von BLACK MARKET INTERNATIONAL . D a s I n t e r d i s z i p l i n ä r e (Sprachlich schon sehr früh ist Performanz als formgebend und leistungsbringend , im Gegensatz dazu: pro forma, im anthropologischen und ethnologischem Bereich aufgetreten.) Öffentlichkeit , Handlung , Wirkung und Übertragung sind der Stoff aus dem sich Intentionen schälen. Die Intention , die den temporären Kunstbereich verlassen ,
kulturbildend und gesellschaftsbildend wirkt und veränderte Formen (Performance als
Modell) der Kunst bewirkt, diese Intention ist das Interdisziplinäre . 26. 12. 19 93 Es ist davon auszugehen, das jedes erkennende Wesen auf irgendeinen
spezifischen Punkt von irgendwie gearteter Wirklichkeit sein Augenmerk richtet. Das
Richten des Augenmerks geschieht mittels eines Instrumentariums, das ein Medium ist. Konstruktion aus Fakten, Konstruktion unter völliger Eliminierung der Theorie. Was in der Performance verhandelt wird, sind Andenken. In der Öde des 20. Jahrhunderts ist die Ware die einzige Lebenssphäre, in der sich der Mensch in der Mitte einer Sache bewegt (Passagenwerk Band II, X Marx). Die Sache der "Gewalt" in der Performance untersuchen. Machenschaft des Selbermachens: In-Form, informativ, in Form, Andenken des Problems einer strategischen Ästhetik. Vorstellung eines riesigen Sees, zugefroren, äußerst nebelig. Immer wieder tauchen Schlittschuhläufer aus dem Nebel auf, in der Begegnung werden die treffensten Aussagen über den gemacht, dem man eben begegnet. Nietzsche trifft Hitler. Freud trifft W.Benjamin. etc. Die einzig würdige Haltung der Kritik gegenüber der Kunst sollte die Zurückhaltung sein. Wenn der Mensch nur räumlich ist, wird er immer wieder zeitlos in einem Raum stehen. Performance: Der Raum zwischen dem Verlust wirklicher Erfahrung aus einer, seiner sich mächtigen Handlung und ihrer negierenden Projektion. Verbrauch an Leben ist Denken. Der spannungslose Unterschied zwischen Erkenntnis und Ästhetik. Daß die Bilder, die "Das Bild " sind aus den Zeiten, die man "Davor" und "Danach" nennt uns dazu bringen, mit Ihnen in Bildern zu kommunizieren Eine Phänomenologie der Performance Art würde Bilder und
Verhaltensweisen strukturieren, die eine Sprache der Performance Art aufzeigen könnte. Bei den Zersplitterungen und Entschichtungen der Künste sollen die
Bedeutungsebenen in das Freischweben gebracht werden, bei ASA als Wertetransfer behandelt.
Es gibt immer Referenzwissenschaften für ästhetische Produkte, für literarische Diskurse. Diese wandeln sich, kein Ding sei, wo das Wort gebricht. Imperativ. Die Geistesschwäche in dem Begriff " Erweiterung ". Wer erweitern will, verkennt die Unfähigkeit überhaupt Weite zu sehen. Präzise vereinzeln, Grenzen ziehen als große Unterscheidung. In den Künsten kann Performance geschehen, umgekehrt nicht. Körper benötigen keine Gerechtigkeit, das Einverleiben von Symbolen. Das Unerbittliche der Wirklichkeit. Authentizität ist ein reaktionäres Ideal, der Maßstab für Herkunft,
ein Anti-Ideal. Der Performer als Schwellenkundiger. The daily life plots, Aufbau und Abwicklung einer Handlung der Nullstrategie. "Performance is putting experience into circulation" : (Victor Turner, Ritual-Struktur-Antiritual) Im Performancekünstler ist ein Phänomen unerläßlich: In ihm muß sich Erfahrung, Erkenntnis so verdichten, daß er ökonomisch und in der rechten Wahl des Mediums das Werk ausführt. Nachdem der Performer das Hier erwirkt, schreitet der Betrachter gleichzeitig dazu, sich in das Jetzt zu entrücken (Entrückt sich der Betrachter in das Jetzt, geschieht die Performance als Geistesgegenwart). Neue Medien (Materialien machen alte nicht obsolet, sie weisen ihnen andere Systemplätze zu.) Durch die Stilfrage und die des Personenkults wird ein freies Auge und
der freie Umgang verstellt. In der Weise, wie sich die Schrift verräumlichte, verkörperte sich die Rede. Entkoppelung von Zusammenhängen durch Ausdifferenzierung. Wenn Erinnerung aus einem Bezugsrahmen gelöst und ortlos wird, kann man für sich Erkenntnis einer anderen Form von Raum entwickeln, die für ein Gegenüber erschreckende Ausdrucksformen haben kann. Zu den konstitutiven Eigenschaften performancegetragener Kunstwerke gehört das Monologische. Wenn man sich der Performance mit einem bestimmten Ziel nähert, kann man sich selbst nicht wahrnehmen. Der Performer, ein Sachverhaltsdarsteller. Da ich als "Performance" nur bezeichne, was auch einen Bild-Raum und eine verlaufende Zeit umfaßt, ist Performance an verschiedenste Medien gebunden und übt Gravitation auf sie aus. Wenn ein Betrachter gezwungen ist, eine Performance über einen
Längeren Zeit-Raum anzuschauen und ihm dies nicht genehm wird, dann...... ? Das Verhältnis Verbindlichkeit - Befindlichkeit Das lebende Zeichen im Raum ist immer Beschwörung, heilige
Schaustellung. Experimente machen verborgene Vorgänge deutlich. Die Überführung von magischen Praktiken zu Wissenschaftlichen entspricht der Übergang von der Schaulust (Betrachtung) zum Spektakel. Gesang: Meine Weise ist meine Sache, sonst nichts, Späne. Das kollektive Gedächtnis äußert sich vor allem in formellen und
informellen Ritualen. Gehen: (Milan Kundera) Themen (Themen ?) in der Performance Art: Mit was ragen wir in das Bild ? Mimesis der Verrichtung Wir sind durch unsere Leiblichkeit, letzten Endes, am unmittelbarsten
durch unseren Leib in die Wahrnehmungswelt, eine der höchsten Sprachschichten,
hineingestellt. Die Erkenntnis, daß die erste Materie, an der sich mimetisches
Vermögen versucht, der menschliche Körper ist, wäre mit grösserem Nachdruck, als es
bisher geschehen ist, für die Urgeschichte der Künste fruchtbar zu machen. Das Authentische, das authentisch Falsche als rituelle Form des echten
Lebens. Aber nicht nur die Zeit ballt den Ritus zusammen. Begriffe, Wörter bis in das letzte Bild ernst nehmen, deren
Stimme hören, angefallen werden. Theoretische Gewissheit ist einzig im Handgebrauch fundiert. Aktionen mit bewußtseinserweiternden Absichten stoßen auf erschreckend
aggressive Ablehnung der Öffentlichkeit. 3 (4?) Strukturen von Ritual/ANALOG/ Struktur der Netzwerke a ) Jahreszeiten - Natürliche Gegebenheit Daß die Idee von Performance nicht einem vorgegebenem Muster
entspricht, sondern nichts anderes ist, als die erst in seiner Aufführung evident
werdende Regel. |
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