JÜRGEN RAAP
AN ASA EUROPEAN E.V./MOLTKEREI WERKSTATT/ULTIMATE AKADEMIE

betr.: PERFORMANCE KONFERENZ - Notizen, Anmerkungen, Überlegungen

1. INHALTLICHE UND BEGRIFFLICHE REFLEXION:

a) Pervertierung und "Verkitschung" d. Performance im unterhaltungsmedialen Bereich
(Privatsender, Disco etc.)
Gegenpol: Performance oder Performanceelemente als konzertante Bühnenshow bzw. mit mixed-medialen Elementen; auch im Comedy-Bereich (Beispiel: Laurie Anderson/USA, Theatre du Pain/Bremen)

b) Mixed-mediale und multi-mediale Erweiterung in John-Cage-Tradition/Fluxus-Tradition, Musikperformance, Klangperformance, Erweiterung d. Theater- und Tanzperformance und choreografierter Aktionismus (Beispiel: Frank Köllges, Susanne Helmes, Angie Hiesl et al.)

c) Klass. Subjekt-Aktionismus m. Gestik d. Physischen (Beispiel: Nigel Rolfe, Zbigniew Warpechowski, Andreas Techler)

d) Inszenierung para-realer Existenzimaginationen (Beispiel: Boris Nieslony, Roi Vaara, Jacques van Poppel et al.)

e) Interkulturelle Transformation (Beispiel: S. Kallenbach, Pellini/Berbesz, V. Hamann)

f) Intersubjektiv-situationistische Konstitutionen (Beispiel: ASA, Black Market, Die Nomaden, Performance Gesellschaft)

g) Digitale Performance u. Network-Performances im rein medialen Bereich als situationsgebundene Kommunikation - Interaktionen

h) Klangperformances u. Videoperformances als Objekt-Performances/Aktionistisch-installative Inszenierung

j) Misch- und Sonderformen, andere Grenzbereiche

2. STRUKTURELLE REFLEXION:

a) Vernetzung: Intensivierung und Forcierung bereits vorhandener nationaler und internationaler Kontakte über die konkrete Festival-Situation hinaus (bisherige Ansätze: ASA, Performance-Gesellschaft, Ultimate Akademie) - Perspektive: Verstärkung des regelmäßigen Informationsaustausches über Fax-Rundbriefe, Internetdistribution, verstärkte Informationsbündelung sowohl gegenüber etablierter Presse wie auch Off-Presse, d.h. stärkere "Veröffentlichung" d. Insider-Strukturen (konkrete Aufgabe für ABM-Kräfte)

b) Verbesserung der räumlichen u. finanziellen Situation
- durch angestrebte autonome Räumlichkeiten (Büro, Aktionsraum, s. Ergebnis d. Round-Table-Gespräches 18.11.95 im Belg. Haus), dieser Raum als Kulminations- u. Netzknotenpunkt, Bündelung d. einzelnen lokalen u. regionalen Initiativen u. Institutionen
- verstärkte Sponsorenaquisition f. Geld- u. Sachmittel
- kulturpolitische Aktivitäten f. mehr Fördermöglichkeiten v. Performance (langfristige Sensiblisierung der kommunalen Behörden, Parteien, Stiftungen)

ES GIBT Z.B. NOCH KEINEN PERFORMANCE-FÖRDERPREIS - Startung entsprech. Initiative Bundes- u. Landesministerien)

Ca. Ende 1996: Erstellung einer Dokumentation über bisherige Ergebnisse u. Diskussionen d. PERFORMANCE KONFERENZ (für Öffentlichkeitsarbeit, Anträge, Erweiterung d. interkünstlerischen Kommunikation)

liebe Grüße allerseits


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