RALF FILGES
KUNSTCOOP
Sudbrackstr.28-. D-33611 Bielefeld
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Beantwortungen einiger Brennpunkte des Fragenkatalogs
und weitere Einwürfe über PERFORMANCE

zu 1: auch zu Frage 8: Einmaligkeit; kein vorheriges Einüben;
... auch ein Mißlingen kann als gelungen gelten.

zu 2: -Aktionen im Innenraum = Performance;

-Aktionen im Außenraum/öffentlichen Raum = Aktionskunst:

Mobile Eingreifaktionen und Agieren im Weichbild* der Städte =
dynamische Variablen in vorgegebener Stadtlandschaft (KUNSTcoop; 1991); wie Klima, ständig sich verändernde Umfelder...
auch zu Frage 12: d.w.: Kunst-Injektionen und -Implantate (Initiationen/Manipulationen am Weichbild) von sog. Aestheticles**= Schöpferischer Suchprozeß, der - einmal in Gang gesetzt - sich selbst raumgreifend fortschreibt (KUNSTcoop, 1993; Leipzig).
z. B.: Daunenbefreiungsaktion auf dem Alexanderplatz/Berlin 1991 (Öffnung eines "Federbetts”); dem Organischen Material wird anschließend freier Lauf gelassen.

zu 3: ... um die jeweilige Handlung/Tat in Schubladen zu packen.
Das Schubladen-Denken sollte m.E. reduziert werden.
Warum etwas unbedingt festschreiben, manifestieren; lieber manilockern!

zu 5-15: ... Dinge aus der gewohnten Alltagswelt und sich selbst in einen bisher unbekannten (SINN-Zusammenhang zu versuchen, zu bringen, sich zu ”ergeben”;

... Aufbröseln starrer Verhaltensmuster mittels Agierens quer dem Alltäglichen, dem Üblichen, auch Normen brechend/verstoßend; dabei kommt mir gerade der Begriff (Ver-)QUER-UNG in den Sinn.

zu 6: lediglich zur Grobübersicht; statt Perf. im Innenraum wird auch der Begriff "Darbietung” bevorzugt.

zu 11: ... sich von einer Flußseite (der bereits bekannten) auf die andere -noch fremde- Seite bringen lassen (in künstlerisch, erforschender Handhabung). Was ereignet sich währenddessen?!

... noch was zum Thema: vom Schweizer Künstler-Kollegen Franz Müller aus Luzern:

"Aktionskunst ... als vergängliches Etwas, daß mit Wahrnehmung und mit Wahrgenommenwerden zu tun hat; als etwas nicht Materialisiertes, als etwas nicht an die Wand zu Hängendes; als Versuch, die eigene Art als Teil vom Geschehen als Ganzem zu leben; als etwas, das durch sein "gemacht werden” nicht Räume verstellt, sondern Räume öffnet, auftut oder offen hält. Raum kurz besetzen - intensiv - ganz und gar - so möglich wie möglich anwesend für den Moment, um den Raum danach wieder zu verlassen; Nachkommenden zur Nutzung überlassen...”
"DA-GEWESEN-SEIN, ohne als Beweis und Rechtfertigung dafür materialisierte Kunstrückstände zurücklassen zu müssen. Es reicht und bereichert, daß da nichts übrig zu bleiben hat.” "Im Ereignishaften zum Ausdruck kommend. Im Dazwischenraum des Alltäglichen Platz nehmend...”


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